Immobilie verkaufen: der Ablauf Schritt für Schritt
Der Verkauf einer Immobilie ist für die meisten Menschen kein Alltagsgeschäft. Oft geht es um das eigene Elternhaus, eine geerbte Wohnung oder das Zuhause, in dem man viele Jahre gelebt hat – und fast immer um viel Geld. Da ist es normal, sich zu fragen: Wo fange ich an, was kommt auf mich zu, und was kostet das Ganze eigentlich?
Dieser Leitfaden führt Sie in Ruhe durch den gesamten Ablauf – von der ersten Überlegung bis zur Schlüsselübergabe. Er ist bewusst allgemein gehalten und ersetzt keine persönliche Beratung, gibt Ihnen aber einen ehrlichen Überblick, damit Sie wissen, was Sie erwartet.
Der Verkauf in der Übersicht
Grob lässt sich jeder Immobilienverkauf in acht Schritte gliedern: Ziele klären, Wert ermitteln, Unterlagen zusammenstellen, die Immobilie aufbereiten, vermarkten, Besichtigungen und Verhandlungen führen, den Kaufvertrag beim Notar schließen und schließlich übergeben. Klingt nach viel – ist aber gut zu bewältigen, wenn man es Schritt für Schritt angeht. Genau das machen wir im Folgenden.
Schritt 1: Ziele und Zeitpunkt klären
Am Anfang steht die ehrliche Frage nach dem eigenen Ziel. Möchten Sie möglichst schnell verkaufen, etwa weil eine Erbengemeinschaft auseinandergehen soll? Oder haben Sie Zeit und wollen vor allem den bestmöglichen Preis erzielen? Beides ist legitim – aber es führt zu unterschiedlichen Strategien.
Auch der Zeitpunkt spielt eine Rolle. Der Immobilienmarkt schwankt, und je nach Zinslage und Nachfrage kann sich ein Verkauf mal mehr, mal weniger lohnen. Wer nicht unter Druck steht, hat hier den Vorteil, den richtigen Moment abwarten zu können.
Schritt 2: Den Wert der Immobilie realistisch ermitteln
Der wichtigste Schritt überhaupt – und der, an dem die meisten Verkäufe entschieden werden. Wird zu hoch angesetzt, bleibt die Immobilie liegen, verliert an Aufmerksamkeit und wird am Ende oft unter Wert verkauft. Wird zu niedrig angesetzt, verschenken Sie bares Geld.
Eine realistische Bewertung berücksichtigt Lage, Zustand, Größe, Baujahr, Ausstattung und die aktuelle Nachfrage in Ihrem Ort. Gerade am Niederrhein liegen zwischen einzelnen Städten und sogar Stadtteilen spürbare Unterschiede. Eine erste Einschätzung ist bei uns kostenlos und unverbindlich – online oder bei einem Termin vor Ort.
Schritt 3: Die richtigen Unterlagen zusammenstellen
Für einen reibungslosen Verkauf brauchen Sie eine Reihe von Dokumenten. Manche liegen in der Schublade, andere müssen bei Ämtern angefordert werden. Zu den wichtigsten gehören:
Aktueller Grundbuchauszug
Energieausweis (beim Verkauf gesetzlich Pflicht)
Wohn- und Nutzflächenberechnung
Grundrisse und, wenn vorhanden, Baupläne
Bei Eigentumswohnungen: Teilungserklärung und Protokolle der Eigentümerversammlungen
Nachweise über Modernisierungen und Sanierungen
Das klingt nach Aufwand – ist es zum Teil auch. Wenn Sie mit uns verkaufen, übernehmen wir die Beschaffung dieser Unterlagen für Sie, damit Sie sich nicht durch Ämter und Formulare arbeiten müssen.
Schritt 4: Die Immobilie ins beste Licht rücken
Der erste Eindruck entscheidet – online genauso wie bei der Besichtigung. Aufgeräumte, helle Räume, kleine Reparaturen und eine professionelle Fotografie machen einen erheblichen Unterschied dabei, wie viele und welche Interessenten sich melden.
Dazu gehört ein aussagekräftiges Exposé, das Ihre Immobilie ehrlich und zugleich ansprechend präsentiert: gute Bilder, klare Grundrisse, die wichtigsten Fakten auf einen Blick. Nichts schreckt ernsthafte Käufer mehr ab als lieblose Handyfotos oder fehlende Angaben.
Schritt 5: Vermarkten und die passenden Käufer erreichen
Jetzt geht Ihre Immobilie an den Markt. Neben den großen Immobilienportalen spielen die eigene Website, das persönliche Netzwerk und eine gezielte Ansprache passender Interessenten eine Rolle. Ziel ist nicht möglichst viel Andrang, sondern die richtigen Anfragen.
Ein guter Makler filtert hier bereits vor: Wer meldet sich ernsthaft, wer hat die Finanzierung im Blick, wer passt zur Immobilie? Das erspart Ihnen später viele Besichtigungen mit Menschen, die ohnehin nicht kaufen.
Schritt 6: Besichtigungen und Verhandlungen
Besichtigungen sind der Moment, in dem aus Interessenten Käufer werden – oder eben nicht. Wichtig sind eine gute Vorbereitung, ehrliche Antworten auf kritische Fragen und ein Gespür dafür, worauf es dem Gegenüber ankommt.
Bei der anschließenden Preisverhandlung zahlt sich die realistische Bewertung vom Anfang aus: Wer seinen Preis begründen kann, verhandelt aus einer starken Position. Hier vertritt ein Makler konsequent Ihre Interessen und sorgt dafür, dass die Verhandlung sachlich und in Ihrem Sinne verläuft.
Schritt 7: Kaufvertrag und Notartermin
Ist ein Käufer gefunden und der Preis vereinbart, geht es zum Notar. In Deutschland ist der Immobilienverkauf ohne notarielle Beurkundung nicht gültig – der Notar setzt den Kaufvertrag auf, klärt beide Seiten über ihre Rechte und Pflichten auf und beurkundet den Vertrag.
Den Notar wählt üblicherweise der Käufer, die Notarkosten trägt in der Regel ebenfalls der Käufer. Wir bereiten den Termin mit Ihnen vor und begleiten Sie, damit Sie genau wissen, was unterschrieben wird.
Schritt 8: Übergabe
Nach der Beurkundung und der Kaufpreiszahlung folgt die Übergabe. Gemeinsam werden Zählerstände notiert, Schlüssel übergeben und ein Übergabeprotokoll erstellt. Damit ist der Verkauf abgeschlossen – und Ihre Immobilie hat einen neuen Eigentümer.
Was kostet der Verkauf einer Immobilie?
Beim Verkauf entstehen verschiedene Kosten, die sich Käufer und Verkäufer je nach Position teilen:
Der Energieausweis ist Pflicht und liegt je nach Art zwischen etwa 50 und mehreren Hundert Euro. Die Notar- und Grundbuchkosten liegen meist bei rund 1,5 bis 2 Prozent des Kaufpreises und werden üblicherweise vom Käufer getragen. Die Maklerprovision wird seit Dezember 2020 in der Regel zwischen Käufer und Verkäufer geteilt; die genaue Höhe besprechen wir vorab transparent mit Ihnen.
Ein Sonderfall ist die Spekulationssteuer: Sie kann anfallen, wenn Sie eine vermietete oder nicht selbst genutzte Immobilie innerhalb von zehn Jahren nach dem Kauf wieder verkaufen. Haben Sie selbst darin gewohnt, ist der Verkauf unter bestimmten Voraussetzungen steuerfrei. Weil das im Einzelfall kompliziert werden kann, sollten Sie das unbedingt mit einem Steuerberater klären – wir geben hier bewusst keine steuerliche Beratung, sondern weisen nur auf den Punkt hin.
Mit oder ohne Makler verkaufen?
Grundsätzlich können Sie Ihre Immobilie auch selbst verkaufen. Ob sich das lohnt, hängt von Ihrer Zeit, Ihrer Marktkenntnis und Ihrem Nervenkostüm ab. Ein Makler kostet Provision – nimmt Ihnen dafür aber die Bewertung, die Unterlagenbeschaffung, die Vermarktung, die Auswahl der Interessenten und die Verhandlung ab und bringt Erfahrung mit, die im Zweifel mehr einbringt, als sie kostet.
Wir arbeiten dabei bewusst mit einem Maklervertrag von nur acht Wochen. Der Gedanke dahinter: Gute Arbeit braucht keine lange Bindung. Sie können sich in dieser Zeit ein Bild von unserer Arbeitsweise machen und danach frei entscheiden.
Häufige Fragen zum Immobilienverkauf
Wie lange dauert ein Immobilienverkauf?
Das hängt stark von Lage, Preis und Nachfrage ab. Eine realistische Bewertung und eine professionelle Vermarktung verkürzen die Zeit deutlich, weil von Anfang an die passenden Käufer angesprochen werden.
Brauche ich zwingend einen Energieausweis?
Ja. Beim Verkauf sind Sie gesetzlich verpflichtet, spätestens zur Besichtigung einen gültigen Energieausweis vorzulegen.
Was ist der häufigste Fehler beim Verkauf?
Ein zu hoch angesetzter Startpreis. Die Immobilie bleibt dann liegen, verliert an Aufmerksamkeit und wird am Ende oft unter Wert verkauft. Deshalb ist die realistische Bewertung so wichtig.
Was ist meine Immobilie wert?
Das lässt sich seriös nur mit Blick auf Lage, Zustand und aktuelle Nachfrage sagen. Eine erste, kostenlose Einschätzung erhalten Sie über unsere Immobilienbewertung.
Sie denken über einen Verkauf nach?
Ob Sie schon sicher sind oder sich erst orientieren möchten – wir begleiten Sie ehrlich und ohne Druck. Der beste erste Schritt ist fast immer, den Wert Ihrer Immobilie zu kennen.